Behandlung chronischer Borreliose-Beschwerden

Bis heute existiert kein Test, der einem Betroffenen sicher bestätigen kann, dass seine Symptome mit Borrelien zusammenhängen. Die zur Verfügung stehenden Tests zeigen an, ob eine Infektion bestanden hat (s.o.) oder geben Hinweise darauf, ob eine Borreliose aktiv ist (Lymphozytentransformationstest LTT) oder ob eine chronische Belastung besteht (CD 57-Untergruppe der weißen Blutkörperchen).Wissenschaftlich akzeptiert sind sie nicht.

Schwermetallbelastung
Im täglichen Leben sind wir dauernd Schwermetallen ausgesetzt, in Zahnfüllungen, Abgasen, Zigarettenrauch, Impfzusätzen, Pfannenbeschichtungen oder im sonst so gesunden Fisch. Einige Schwermetalle sind extrem starke Zellgifte und können die Zellen direkt schädigen (sie hemmen z.B. die so wichtige Zellatmung). Bei der Borreliose sollen sich außerdem die Gifte der Borrelien mit Schwermetallen zu Komplexen zusammen binden und sich in schlecht durchbluteten Geweben wie Gelenken oder Nervenfasern ablagern.

Eine Schwermetallbelastung ist heute beinahe üblich und bestand sicherlich schon vor Beginn der Symptome. Es sind schließlich viele Ursachen, die das Fass zum Überlaufen bringen. Auffällig ist, dass viele Patienten mit möglicher Borreliose eine hohe Schwermetallbelastung aufweisen. Durch unsere mineralstoffarme Ernährung zusammen mit chronischer Übersäuerung als körpereigener Mineralienräuber funktionieren auch unsere Entgiftungssysteme nicht mehr so wie früher.

Wir verwenden zum Nachweis einer Schwermetallausleitung den sog. Provokationstest im Urin. Die Urinproben werden im Labor MTM von Frau Dr. Blaurock-Busch untersucht, welches unseres Erachtens zuverlässige Ergebnisse liefert und mit dem wir sehr zufrieden sind.

Zur Ausleitung der Schwermetalle verwenden viele Therapeuten die Kombination Bärlauch, Koriander und Chlorella-Algen. Die Einnahme ist langwierig, und wir haben in unseren Provokationstest keine wirklich guten Ergebnisse gesehen. Deswegen bevorzugen wir in unserer Praxis und Klinik Chelat- Infusionen mit EDTA und DMSA. Man sollte mit mindestens fünf, eher mit 10 bis 20 notwendigen Infusionen rechnen.

Fast genauso zahlreich wie die Symptome einer möglichen Borreliose sind die angebotenen Therapien. Fast jeder Therapeut hat seine eigenen Behandlungsmethoden. Eine standardisierte Behandlung der chronischen Borreliose bzw. von Borreliosebeschwerden existiert weder in der Naturheilkunde noch in der Schulmedizin, die schon die Diagnose chronische Borreliose nicht akzeptiert.

Sicherlich führen auch hier viele Methoden zum Ziel – der Heilung der Patienten. Allen ist gemeinsam, dass es durchaus längere Zeit brauchen kann, um gesund zu werden.

Die Kardenwurzel genießt in der Volksmedizin einen hohen Stellenwert in der Behandlung der Borreliose. Allerdings wird auch die Karde nur dann wirken können, wenn grundlegende Prinzipien wie Entgiftung und Entschlackung gleichzeitig beachtet werden. Manche Ärzte geben auch verschiedene Antibiotika über zwölf bis 18 Monate – ähnlich der etablierten Behandlung von Tuberkulose oder Lepra. Allerdings sollte immer – und eigentlich dann erst recht – parallel naturheilkundlich behandelt werden. Sonst wird der langfristige Erfolg ausbleiben. In der Behandlung der chronischen Borreliose-Beschwerden sehe ich den Einsatz von Antibiotika primär als meist nicht notwendig an. Zumindest ist die Begleitbehandlung wichtiger.

Wird rein naturkundlich behandelt, so ist die Behandlung in der Regel auch langwierig, schließlich haben sich ja die Voraussetzungen für eine chronische Belastung mit Borrelien auch über Jahre hinweg entwickelt. Wir sprechen hier durchaus von einem Zeitraum bis zu zwei Jahren, weil eine umfassende Entgiftung und Entschlackung stattzufinden hat. Unser Ansatz ist im Grunde genommen der gleiche wie bei allen chronischen Erkrankungen und fußt auf Verbesserung des inneren Milieus unserer Patienten durch Ausleitung, Ernährungsumstellung, einem gesunden Schlafplatz, seelischem Ausgleich usw.

Das alles erfordert natürlich die Eigenverantwortung und Mitarbeit des Patienten und v.a. auch viel Selbstdisziplin. Einen Überblick über den eigentlichen Gesundheitszustand unserer Patienten gewinnen wir z.B. neben einer ganzheitlichen körperlichen Untersuchung und einem Allergietest mittels Bioresonanz-Diagnostik, mit der Dunkelfelddiagnostik und einem Säure-Basen-Test. Der Säure-Basen-Haushalt spielt eine wichtige Rolle. Borrelien und wahrscheinlich auch andere Erreger finden bei übersäuertem Organismus bessere Lebensbedingungen vor. Eine Balancierung des Säure-Basen-Haushalts erreichen wir durch basenreiche Kost, also viel Obst und Gemüse und weniger Eiweiß, v.a. wenig tierisches Eiweiß. Wir müssen uns vor Augen halten, dass sich unser Körper ständig erneuert. Also brauchen wir ständig die besten Baustoffe, um unsere Zellen neu aufzubauen. Die besten Mikronährstoffe, die besten Fette. Gute Öle sind z.B. wichtig für den Aufbau von Zellwänden oder Nervenscheiden. Zudem normalisiert sich dann das Verhältnis von entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren und entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren. Ggf. müssen wir aber bestimmte Fette (sog. Phospholipide) oder Mineralien von außen zuführen.

Wichtig sind das langsame Essen und gutes Kauen, um Fäulnis- und Gärungsprozesse im Darm zu unterbinden, die die Darmschleimhaut schädigen, die Leber belasten und zur inneren Vergiftung führen. Basenpulver sollte über einen längeren Zeitraum (mindestens halbes bis ein Jahr) eingenommen werden, ca. zwei Stunden nach einer Mahlzeit oder abends vor dem Schlafengehen. Auch sollte spätes Abendessen gemieden werden. Die Ernährungsumstellung erfordert viel Selbstdisziplin vom Patienten, ist aber Voraussetzung für eine Genesung. Reichlich frisches Wasser jeden Tag hilft dem Körper, anfallende Schlackenstoffe auszuscheiden. Wir arbeiten auch gerne mit blutigem Schröpfen.

Zusätzlich müssen die Entgiftungsorgane Leber und Niere angeregt werden. Die Niere unterstützen wir mit ansteigenden Fußbädern nach Schiele in Kombination mit Fußreflexzonen-Massage. Dabei wird ganz nebenbei auch das unwillkürliche Nervensystem, das Vegetativum, ausbalanciert, was wiederum zahlreiche positive Effekte mit sich führt. Die Behandlung der Psyche sollte immer mit erfolgen, stehen doch die Betroffenen oft unter enormen Druck. Für den seelischen Ausgleich haben sich bei uns Bachblüten bewährt. Sicherlich gibt es auch noch andere gute Ansätze.

Die Leber als unser wichtigstes Entgiftungsorgan sollte mit warmen Leberwickeln in ihrer Entgiftungsarbeit unterstützt werden, die leicht auch zu Hause durchgeführt werden können. Zu Hause hilft wie oben beschrieben auch Eberrautentee (ein Beifußgewächs) zur Immunstimulation und zur Unterstützung der Leber. Auch Tee aus Artemisisannua, dem einjährigen chinesischen Beifuß, sollte eingenommen werden. Schließlich gilt der als potentes Mittel gegen Malaria und erreicht auch Erreger, die sich in Körperzellen zurückgezogen haben. Generell wird auch schulmedizinisch heute gerne ein Anti-Malariamittel zusammen mit Antibiotika gegen Borreliose gegeben (z.B. Quensyl).

Einen besonders hohen Stellenwert nimmt die Bindegewebsentschlackung ein. Das Bindegewebe ist nämlich unser größtes Organ, in dem wichtige Stoffwechselvorgänge ablaufen, z.B. die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen. In unserer Klinik verwenden wir zur Entschlackung des Bindegewebes die Dauerbrause, welche eine Ganzkörperlymphdrainage darstellt und eine unerreichte Wirkung hat. Die schnelle, auch schmerzreduzierende Wirkung ist enorm. Das ist natürlich zu Hause schwierig durchzuführen. Körperliche Betätigung ist aktive Entschlackung. Zudem wird dabei das Lymphsystem im Darmgebiet durch Bewegung und Tiefenatmung angeregt.

Kann man aufgrund von Schmerzen z.B. schlecht gehen, so bieten sich stattdessen regelmäßige Saunagänge oder Schwitzkuren in Infrarotkabinen an. Die Überwärmungstherapie in Form der milden bis moderaten Ganzkörperhyperthermie alleine oder besser in Kombination mit aktiver Heilfiebertherapie stellt meines Erachtens die effektivste Form dar, Borrelien oder andere Erreger zu bekämpfen. Das Immunsystem wird auf maximale Leistung gefahren, der Körper wird besser durchblutet und entgiftet gleichzeitig und die hohen Temperaturen schädigen direkt die Erreger, auch z.B. die Zystenformen der Borrelien, welche sich ja in schlecht durchblutete Gewebe zurückgezogen haben. In der Regel reichen drei Behandlungen aus, um eine deutliche Besserung zu erzielen. Vielen Patienten geht es schon nach einer Fiebertherapie deutlich besser. Die Fiebertherapie gilt ja als älteste Heilform überhaupt.

Unser Konzept fußt also auf alten und bewährten Methoden sowie auf die Mitarbeit des Patienten. Es müssen viele Puzzleteile zusammengefügt werden, um wieder das Bild der Gesundheit als Ganzes zu
erlangen. Manche Mosaikteilchen sind größer so wie die Eigenverantwortung, manche sind kleiner.

Die Kunst des Arztes ist es, die richtigen Teilchen zu finden und richtig zusammenzusetzen. Wichtig für die Betroffenen ist es aber zu wissen, dass es Hilfe und auch bei langem Beschwerdeweg einen Ausweg gibt.

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