Eigenurin-Therapie

Eigenurin igitt, igitt, das ist ja eklig. Das ist ja finsterstes Mittelalter. Damit hat man früher die Leute vergiftet. Das ist Drecksapotheke genauso wie Kuhmist, Schneckenkot oder Läusedreck. So oder ähnlich klingen die Reaktionen, wenn man das Wort „Eigenurin“ nur in den Mund nimmt. Dabei handelt es anscheinend um eine uralte Therapie.

In Indien galt das Trinken des eigenen Urins als Lebensstrom und Quell der Jugend und wurde als Geheimrezeptur nur an einen aus-gewählten Kreis von Eingeweihten weitergegeben. Die „heiligen Männer“ Indiens, die Yogi, sollen auf diese Weise ihre unerschütter-liche Gesundheit und Lebenskraft erhalten haben. Mahatma Gandhi, der große indische Weise und Freiheitskämpfer trank während seiner langen Fastenzeiten den eigenen Urin, um gesund zu bleiben. Der indische Ministerpräsident Morarji Desai (1977-79) ver-öffentlichte sogar ein Buch darüber. So gibt es aus dem indischen Raum eine Vielzahl von Veröffentlichungen über diese Therapie.

Auch bei den Indianern in Süd- und Nordamerika wurde Eigenurin als Medikament benutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Russland, Italien, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern eine Vielzahl von Ärzten, die über teilweise sensationelle Wirkungen der Urintherapie berichteten. Die sehr positiven Erfahrungen deutscher Soldaten in russischer Gefangenschaft nach dem 2. Weltkrieg wurden kaum zur Kenntnis genommen.

Meine eigene Schwiegermutter erkrankte 1945 an Diphtherie. Sie führte ihr Überleben darauf zurück, dass sie ihren eigenen Urin trank. Viele andere der damals Erkrankten starben, meist innerhalb weniger Tage. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ihr dieses „Dreckszeug“ das Leben gerettet hat.

So kann man in Bezug auf die Eigenurintherapie also ganz unterschiedlicher Meinung sein. Abgelehnt wird sie allerdings nur auf-grund von Vorurteilen. Denn derjenige, der sich ernsthaft mit dieser Methode beschäftigt hat, muss ihr einen großen Nutzwert zu-erkennen. Heutzutage gibt es aber nur wenige Therapeuten, die sich genügend mit der Therapie befasst haben, um aufgrund eigener Erfahrungen sichere Aussagen machen zu können.

Über den Urin hat man viele Erkenntnisse gesammelt, die auch den Ärzten oft unbekannt sind.

1) Urin ist steril, d.h. er ist keimfrei. Nur im Krankheitsfalle enthält Urin Bakterien. Man kann also bei einer Eigenurin-Injektion, die korrekt durchgeführt wurde, keinen Abszess erzeugen.

2) Urin enthält Hormone, Fermente, Immunstoffe (körpereigene Abwehr) und auch die hochinteressanten Cytokine, die in der biolo-gischen Krebsbehandlung eingesetzt werden.

3) Urin ist ein Abscheidungsprodukt des Blutes, das wenige Minuten vorher noch durch Herz, Leber, Gehirn und andere Organe, z.B. die Augen geflossen ist. In den Nieren wird dieses „Blutwasser“ filtriert und konzentriert. So entstehen aus ca. 2000 Litern Durch-strömungsblut innerhalb von 24 Stunden ca. 1,5 Liter Urin.

4) Urin enthält eine Vielzahl anderer Stoffe, z.B. Harnstoff, der in der Behandlung von Hautkrankheiten viel eingesetzt wird. So haben häufig Neurodermitiskinder im Bereich der Windeln eine einwandfreie Haut, während sich sonst am ganzen Körper die Neuroder-mitis zeigt. Der eigene Urin ist also in solchen Fällen ein Schutz.

Die Anwendung:

Man kann Urin tropfen-,gläschen- oder tassenweise zu sich nehmen. Man kann ihn einreiben, in die Augen oder die Nase tropfen, als Wickel benutzen (s.o. bei der Neurodermitis) und man kann ihn injizieren, wie wir es am häufigsten durchführen.

Bei uns hat er sich als Injektion bei der Behandlung des Heuschnupfens hervorragend bewährt. Ich kenne keine bessere Therapie bei dieser Erkrankung. Innerhalb von 1-2 Jahren ist in den meisten Fällen eine völlige Ausheilung möglich. Dabei ist die Behandlung völlig unkompliziert, frei von Nebenwirkungen und dazu extrem preiswert. Denn den Grundstoff liefern wir selbst in großer Menge ohne Kosten. Aber auch bei anderen allergischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Nesselsucht usw. kann man Urin als Injektion, Einreibung oder in Einnahmeform mit gutem Erfolg anwenden. Ein Schaden kann bei dieser Therapie nicht entstehen, wenn sauber und vernünftig gearbeitet wird.

Fallbericht:

Herr L. ist 45 Jahre alt. Seit frühester Jugend quält er sich mit einem extremen Heuschnupfen. Seit über 20 Jahren lässt er sich zu Beginn der Heuschnupfensaison eine Cortison-Langzeitspritze geben, seit einigen Jahren sogar zweimal pro Saison. Alle Tabletten, Tropfen, die mehrjährige Hyposensibilisierung mit häufigen antiallergischen Injektionen haben bei ihm nicht viel geholfen. Der Heuschnupfen war stärker. Nur mit Cortison war die Krankheit einigermaßen zu ertragen.

Herr L. weiß natürlich, dass die Cortisonspritzen auch ihre Nachteile haben. Sie führen mit der Zeit zu Knochenentkalkung, evtl. Diabetes und Bluthochdruck. Deshalb sucht er auch eine Alternative und kommt zu uns in die naturheilkundliche Behandlung. Er ist zwar skeptisch bei meinem Vorschlag der Eigenurin-Therapie. Aber er willigt ein und kommt täglich in seiner Mittagspause mit dem Motorrad angefahren, um sich seine Injektion abzuholen. Nach zwei Wochen und insgesamt zwölf Spritzen merkt er noch gar nichts. Nach vier Wochen und der entsprechenden Anzahl von Behandlungen fühlt er sich aber bereits besser.

Er kann jetzt sogar auf die früher übliche zweite Langzeit-Cortisonspritze verzichten. Nach insgesamt sechswöchiger Behandlung ist der Heuschnupfen weitgehend vorbei, die Heuschnupfenzeit aber auch fast vorüber. Aber Herr L. glaubt, dass die Behandlung ihm gut getan hat. Er ist insgesamt trotz der Belastung von täglichen Injektionen über sechs Wochen zufrieden. Im nächsten Jahr meldet er sich frühzeitig, sobald die ersten Symptome anfangen. Eine Cortisonspritze hat er sich nicht geben lassen. Über vier Wochen werden jeden zweiten Tag die Eigenurin-Injektionen wiederholt. Danach ist und bleibt Herr L. von Seiten des Heuschnupfens weitgehend beschwerdefrei. Eine nochmalige Behandlung ist nicht mehr notwendig.

Fazit:

Bei den akuten Sofortallergien wie dem Heuschnupfen, der Urtikaria (Nesselsucht) oder vermutlich auch dem Quincke-Ödem (aller-gische Schwellung, häufig im Gesicht und am Hals) wirkt die Eigenurin-Therapie in Injektionsform meist sehr schnell und nachhaltig. Bei den langsam auftretenden Allergieformen wie Asthma, Neurodermitis, Colitis ulcerosa, Nahrungsmittelallergien u.a. ist eine Besserung mit Urininjektionen bisher nur teilweise gelungen. Allerdings habe ich schon Patienten erlebt, die durch Trinken ihres Urins oder durch Einreiben bzw. Urinwickel eine Besserung erreicht haben. In der Literatur sind aber eine Vielzahl von Besserungen und Heilungen beschrieben.

Es lohnt sich also, diese Methode gründlich zu prüfen und zu untersuchen. Da man keinen Fehler beim Einnehmen des Urins oder bei einer korrekten Injektion machen kann, ist ein Versuch bei einer sonst therapieresistenten Krankheit auf jeden Fall zu empfehlen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: Eigenurin-Therapie