Pressemitteilung

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Gersfeld, den 11. März 2009

Der renommierte Gersfelder Naturheilkundler Dr. med. Jürgen von Rosen spricht über die Vorteile der alternativen Medizin und wie er selbst danach lebt

„Die Naturheilkunde hat eine große Zukunft“

Seit über 25 Jahren gibt es die Schlosspark-Klinik im hessischen Luftkurort Gersfeld am Fuß der Wasserkuppe. Mehrere zehntausend Patienten hat Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen nach naturheilkundlichen Grundsätzen bereits behandelt und sich damit einen überregionalen Ruf erworben. Überzeugt von den Kräften der Natur behandelt der 1938 in Posen geborene Mediziner, der in Münster, Lausanne und Berlin Medizin studierte, in seiner Klinik vorwiegend Patienten mit Beschwerden wie Allergien, Rheuma, Magen- und Darmerkrankungen, Migräne und chronischer Müdigkeit. Die von ihm in vielen Fachartikeln und Büchern erläuterten Erfahrungen lebt der verheiratete Vater dreier Kinder: Mit 71 nahm er im letzten Jahr am Swiss Alpine Marathon über 78,5 Kilometer durch die Schweizer Alpen teil – und kam nach 11 Stunden 37 Minuten ins Ziel.

Herr Dr. von Rosen, Sie haben Schulmedizin studiert, sich aber bald nach Ihrem Studium der naturheilkundlichen Medizin zugewandt. Wie kamen Sie dazu?

Von Rosen: Bei mir bestand die Vision, dass ich für jeden Kranken eine Hilfe zur Hand haben wollte, auch in so genannten hoffnungslosen Fällen. Ich hatte schon früh als Arzt erlebt, dass solch eine Möglichkeit immer besteht, auch wenn man sie nicht erwarten und später erklären kann. Inzwischen können wir viele dieser „Wunder“ erklären, denn sie beruhen fast alle auf logischen Zusammenhängen, die nur mit schulmedizinischen Mustern nicht erklärbar sind. Meist liegt der Fehler darin, dass das wissenschaftliche Modell unvollständig ist und nur einen Teil der Wirklichkeit erfasst.

Was ist Ihr Leitfaden in der Behandlung?

Von Rosen: Man muss alle Theorien prüfen, in Frage stellen, verwerfen oder vorerst akzeptieren. In der Medizin bedeutet das, dass alle derzeitigen und früheren Verfahren auf den Prüfstand gehören. Über allem muss der uralte ärztliche Leitspruch stehen, in erster Linie dem Patienten nicht zu schaden durch die Behandlung. „Primum nil nocere“, wie der Lateiner sagt. Es geht auch darum zu prüfen, ob die Ideen in der täglichen Praxis das halten, was sie in der Theorie versprechen. Wie wir wissen, klaffen Theorie und Praxis oft weit auseinander.

Wie funktioniert der naturheilkundliche Ansatz in der Schlosspark-Klinik?

Von Rosen: Wir haben fast vier Jahrzehnte alle uns bekannten Möglichkeiten der Medizin geprüft und versucht, einen optimalen Weg der Diagnostik und Therapie zu finden. Dieses System funktioniert natürlich nur, wenn Arzt und Patient eng zusammenarbeiten und der Patient versucht, seinen Lebensstil nach der Behandlung auch zu ändern.

Was muss man sich unter den fünf Säulen der Gesundheit vorstellen?

Von Rosen: Die fünf Säulen der Gesundheit sind auf Pfarrer Sebastian Kneipp zurück zu führen. Diese sind Wasserheilkunde, Pflanzenheilkunde, Diätetik, Bewegung und geistige Ordnung. Wir haben diese fünf Säulen im Wesentlichen übernommen, nur die Pflanzenheilkunde durch den gesunden Schlafplatz ersetzt. Außerdem haben wir versucht, alles möglichst zu vereinfachen, damit es im täglichen Gebrauch gut einsetzbar ist. Wasserheilkunde zum Beispiel wird heute weitgehend durch Hygiene ersetzt. Wir haben einen Stand der Sauberkeit in Wohnungen und Bädern, der kaum zu überbieten ist. Bei der Abhärtung mangelt es aber massiv. Die Pflanzenheilkunde spielte bei Kneipp noch eine große Rolle. Es gab zu der Zeit noch wenig Ärzte und Apotheken, Wir haben festgestellt, dass in der heutigen Zeit der gesunde Schlafplatz eine überragende Rolle spielt. Nicht nur die so genannten Wasseradern, sondern besonders die zunehmende Elektrobelastung machen uns zu schaffen. Eine Vielzahl von Krankheiten hängen mit diesen Faktoren zusammen. Ein gesunder Schlafplatz ist überaus wichtig.

In das deutsche Gesundheitssystem werden Milliarden Euro gesteckt, doch niemand ist mit den Resultaten wirklich zufrieden. Wie sieht es denn mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis in der Naturheilkunde aus?

Von Rosen: Wir können behaupten, dass wir einen Weg gefunden haben, vielen Menschen, auch wenn sie verzweifelt sind, aus ihrer Not zu helfen. Es ist meistens nur eine Frage der Konsequenz der Behandlung, der Mitarbeit der Patienten, der Dauer der Therapie und der zumutbaren Kosten. Unsere Behandlung ist sehr preiswert, wenn man das Kosten-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt. Wir führen eine intensive Präventionsbehandlung durch, für die aber in Deutschland zu wenig Geld ausgegeben wird. Für ernährungsbedingte Krankheiten geben die deutschen Krankenkassen pro Jahr und Versicherten 1000 Euro aus, das sind 80 Milliarden Euro im Jahr. Und für Prävention, um genau diese Kosten zu verhindern? Drei Euro pro Jahr und Versicherten. Jeder Drittklässler versteht die Diskrepanz und stellt sie in Frage. Unsere Politiker und Funktionäre tun das nicht, sonst wäre längst Abhilfe geschaffen worden. Wir Naturheilkundler arbeiten kurativ und vor allem präventiv.

Einen präventiven und darüber hinaus leckeren Ansatz verfolgen Sie mit der Ernährung in Ihrer Klinik. Wie sind Sie darauf gekommen, die modifizierte Nachkriegsernährung zu propagieren?

Von Rosen: Wie schon erwähnt geben wir in Deutschland pro Jahr mehrere Milliarden Euro aus, um Patienten mit ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes oder Fettleibigkeit zu behandeln. Warum sorgen wir nicht dafür, dass sich die Menschen endlich wieder vernünftig ernähren, sich bewegen und nicht wie die Faultiere auf der Couch rumliegen? Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass sich die Deutschen tatsächlich am gesündesten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen 1945 und 1948 ernährt haben. Damals gab es noch keine Unmengen Fleisch und Fett in der Ernährung, es gab noch kaum Autos und keinen öffentlichen Nahverkehr. Man ernährte sich weitgehend vegetarisch und man bewegte sich wesentlich mehr als heute, weil man musste. Wir haben uns deshalb für die modifizierte Nachkriegsernährung entschieden. Es ist eine vegetarische Ernährung, bei der es hauptsächlich Getreidebrei, Gemüse und Kartoffeln gibt. Die Nahrung ist vollwertig und gesund, alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe, Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette werden zu sich genommen. Wer einmal die Vorzüge unserer Ernährung kennen gelernt hat, wird sie danach gerne weiterführen.

Sie gehen als Arzt Ihren Patienten mit gutem Beispiel voran, ernähren sich nach den geschilderten Grundsätzen und sind ein hervorragender Ausdauersportler. Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Bewegung?

Von Rosen: Vor rund 30 Jahren habe ich mal einen Bericht im Radio gehört über einen 87 Jahre alten Mann, der in Südamerika in 4000 Meter Höhe in unwirtlichem Gelände und bei Eiseskälte die Quellen des Amazonas erforschen wollte. Ich dachte mir, der Mann muss wohl vieles richtig gemacht haben in seinem Leben, wenn er sich solche Strapazen noch zumuten kann. Im März 2008 bin ich 70 geworden und ich wollte mir beweisen, dass meine Kraft noch ausreicht und meine Ausdauer genügt, um entsprechende Wettbewerbe durchzustehen. Deswegen habe ich beim Vasa-Skilanglauf in Schweden über 90 Kilometer, beim Rennsteiglauf in Thüringen über 72 Kilometer und beim Swiss Alpine Marathon über 78,5 Kilometer teilgenommen. Bei allen bin ich angekommen, ich habe dann wohl mit meinem naturheilkundlichen Ansatz in meinem Leben auch nicht so viel falsch gemacht.

Welche Zukunft hat die alternative Medizin?

Von Rosen: Aus meiner Sicht eine große Zukunft. Denn nur auf diesem Weg wird es gelingen, die chronischen Krankheiten der modernen Industriegesellschaft, die man schon als Seuchen bezeichnen kann, zurück zu drängen und letztlich auch zu beherrschen. Wir alle sind dazu aufgerufen, die gesundheitserhaltende Präventiv-Medizin weiterzuentwickeln und ihr auf Dauer zum Durchbruch zu verhelfen. Weitere Informationen unter Tel. 06654/160 und im Internet unter www.schloss-klinik.de.

Ansprechpartner für Redaktionen:

Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen, Tel. 06654/160

 

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