Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine der Therapiemethoden, die wir in der Schlosspark-Klinik Dr. von Rosen anwenden. Diese manuelle, durch Masseure und Physiotherapeuten durchgeführte physikalische Therapie dient der Entstauungs- und Ödembehandlung an den Extremitäten und am Körperstamm, um ödematöse Körperregionen nach Operationen, Traumata, Tumorbehandlungen und Lymphknotenentfernungen zu heilen. Die Lymphgefäße, die bei den vorhandenen Indikationen ungenügend arbeiten, werden mithilfe einer manuellen Lymphdrainage unterstützt, lymphostatische Ödeme lösen sich auf. Von diesen lymphostatischen Ödemen sind einige angeboren, andere treten erst infolge der beschriebenen Ereignisse auf.

Primäre (angeborene) Lymphödeme sind relativ selten, die meisten unserer Patientinnen und Patienten benötigen die Therapie nach Traumata und Operationen. Alle orthopädischen Erkrankungen, welche zu Schwellung führen, sind ebenfalls durch die Lymphdrainage zu lindern und zu heilen, darunter Muskelfaserrisse, Verstauchungen, Schleudertraumen, Zerrungen und Verrenkungen, darüber hinaus Migräne, Morbus Sudeck und Verbrennungen. Narben verschieben sich besser, die Lymphgefäße bilden sich durch die Massage neu, wenn nach einer Operation oder einem Unfall Gewebe durchtrennt wurde.

Die Manuelle Lymphdrainage in der Anwendung

Die beiden Ärzte und Physiotherapeuten Vodder und Wittlinger entwickelten vier Griffe für die Lymphdrainage:

  • Pumpgriff
  • Schöpfgriff
  • Drehgriff
  • stehender Kreis

Diese Griffe passen unsere Therapeuten an die Körperregion des Patienten an, wobei sich durch verschiedene Grifftechniken das Lymphsystem aktiviert. Die Pumpleistung von Lymphen erhöht sich wieder, die Frequenz von Lymphangionen lässt sich von etwa zehn Kontraktionen pro Minute auf rund 20 steigern, was der Therapeut durch den wechselnden Druck der Griffe bewirkt. Lymphangione sind Gefäße mit unwillkürlichen Muskelzellen, welche die Lymphflüssigkeit befördern und auf den Druck der Massage reagieren.

Der Abfluss von Lymphflüssigkeit ist für die Gefäßreinigung essenziell, sollte er stocken, treten die beschriebenen Ödeme auf, unter denen Sie als Patient leiden. Indem die Lymphdrainage regelmäßig durchgeführt wird, erhöht sich die Durchflussrate der Lymphflüssigkeit wieder auf normale Werte. Damit verschwinden zunächst die Ödeme, gleichzeitig oder kurz darauf setzen sympathikolytische Wirkungen ein. Sie werden als Patient ruhiger, Ihr Magen-Darm-Trakt wird angeregt, Schmerzen schwinden, der Tonus (die Spannung) auf die Skelettmuskulatur sinkt. Die Massagen erfolgen zur Extremwurzel hin, also von der Schulter zum Handgelenk, vom Knie zum Fuß oder am Körper zum Schlüsselbein hin, wo sich Vena jugularis interna und Vena subclavia vereinigen.

Die Lymphe gelangt auf diese Weise zu den großen, zentralen Lymphstämmen und regeneriert sich entsprechend. Eiweißreiche Ödemflüssigkeit verschieben unsere Therapeuten in gesunde Areale, wo sie gereinigt wird – eine Aufgabe, welche die Lymphgefäße im gesunden Körper von allein übernehmen. Eine Mehrdurchblutung findet im Gegensatz zur klassischen Massage nicht statt.

Besonderheiten und Kontraindikationen der Lymphdrainage

In vielen Fällen gehört zur Massagetechnik auch ein Kompressionsverband, der zeitweilig (während Ihres Therapieaufenthaltes und manchmal auch danach) getragen wird. Auch empfehlen wir unseren Patientinnen und Patienten eine spezielle Bewegungstherapie und Maßnahmen zur Hautpflege, wodurch sich das Behandlungsspektrum auf die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie erweitert. Es gibt Fälle, in denen eine Lymphdrainage nicht anzuwenden ist. Wir ermitteln diese möglichen Kontraindikationen in der ersten ärztlichen Untersuchung.

Dazu gehören:

  • bösartige Tumore
  • ausgeprägte Herzinsuffizienz
  • unklare Entzündungen mit Fieber
  • akute Beinvenenthrombose und akute Thrombophlebitis
  • Wundrose (Erysipel)
  • kardiales Ödem